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Chinchilla

 

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Herkunft und Verhaltensweisen:

Chinchillas gehören zur Familie der Hasenmäuse (Chinchillidae). Es gibt Kurzschwanzchinchilla und Langschwanzchinchilla. In der Heimtierhaltung handelt es sich immer um die zweite Art. Sie sind in den südamerikanischen Anden beheimatet, der Lebensraum erstreckt sich bis in Höhen von 5.000 Metern. Natürliche Höhlen und Felsspalten bieten ihnen Unterschlupf. Den starken Temperaturschwankungen dieser Region haben sie sich durch ein besonders dichtes und weiches Fell angepaßt, das sie mit Hilfe von Sandbädern eifrig pflegen. Es sind geschickte Kletterer mit großem Sprungvermögen. Chinchillas sind Dämmerungs- und nachtaktiv, deshalb die großen Augen und großen Ohrmuscheln.

 

Allgemeines: 

Rudeltiere – für Einzelhaltung ungeeignet (in der Paarhaltung: kastriertes Böckchen mit Weibchen oder zwei Weibchen), werden auch bei Paarhaltung schnell handzahm · Monogame Partnerschaft · Relativ schnell futter-, finger-, handzahm · Handhabung: Schwanzansatz – Umfassen des Kopfes – nie an der Genickfalte oder auf einer Hand sitzend, mit der anderen das Tier schützend umgeben. Nie zu fest halten, sofortiger Fellverlust. · Lebenserwartung 15 Jahre, Geschlechtreife mit ca. 4 - 5 Monaten, Trächtigkeitsdauer 111 Tage · Haben keine Krallen

 

Fütterung:

Frisches Wasser (Achtung bei Trinkflaschen: viele Tiere kennen das System nicht!) · Gutes frisches Heu zur beliebigen Aufnahme (nie angegraut – Schimmelbildung!) · Pellets, Mischfutter für Chinchillas (ca. 1 Teelöffel pro Tier pro Tag) · Einzelne Rosinen als Leckerbissen · Mohrrüben, Löwenzahn, Apfel (wenig) Der Verdauungstrakt des Chinchillas ist auf eine nährstoffarme, ballaststoffreiche Nahrung programmiert. Obwohl die Tiere alle möglichen Leckereien wie Rosinen, Nüsse, Kekse und andere Süßigkeiten lieben, ist hier Zurückhaltung geboten. Die im Handel angebotenen Knabberstangen und Sonnenblumenkerne sind zu fett- bzw. zu ölhaltig.

 

Anfälligkeit: 

Zahnfehlstellung/Erkrankungen der Mundhöhle aufgrund mangelndem Zahnabrieb durch Fehlernährung (Heumangel) · Verdauungsstörungen · Infektionen der oberen Luftwege infolge zu hoher Luftfeuchtigkeit und zu hoher Raumtemperatur · Verletzungen · Bei männlichen Tieren ist unbedingt auf Haarringe am Penis zu achten und diese entsprechend zu entfernen

 

Unverzichtbar:

Gitter- oder Kistenkäfig in Rechteckform, Mindestabmessung 120 Höhe x 60 Tiefe x 100 cm Breite, dreidimensionale Raumaufteilung mit Sitzbrettern aus Hartholz in unterschiedlicher Höhe, Flache Steine, Schlupfhöhlen, Kletterästen, Sandbad zur Fellpflege (Spezialsand für Chinchillas, Vogelsand ist ungeeignet!). Viel besser: Zimmer- oder Außenvoliere. Hobelspäne als Einstreu (kein Torfmull – Verpilzung!) Ruhiger Standort Organisierter Auslauf in der Wohnung in den frühen Abendstunden (mindestens zwei Stunden) Eignung: nicht für Kinder (Jugendliche ab 15 Jahren)
Chinchillas sind ganz besondere Tiere. Wer sich für sie entscheidet, muss sich vor allen Dingen der aufwendigen Haltung und der ausgesprochen langen Verantwortung bewußt sein. In der Außen- wie Innenhaltung muß viel Auslauf gewährleistet sein. Im besten Fall werden sie in einer Großvoliere gehalten. Durch das enorme Nagebedürfnis muss bei Freilauf in der Wohnung mit dem Annagen von Möbeln etc. gerechnet werden.

 

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Herkunft:

Degus stammen ursprünglich aus Chile, also aus Südamerika. Die kleinen Nager, die wie eine Mischung aus Chinchilla, Ratte und Meerschweinchen aussehen, sind noch nicht seit langer Zeit als Heimtiere bekannt. Sie sind mit den südamerikanischen Meerschweinchen und Chinchillas verwandt, nicht aber mit Ratten.

 

Ernährung:

Der Verdauungsapparat von den Degus ist auf die eher karge Kost ausgelegt. Sie fressen in erster Linie Blüten, Gräser, Kräuter und deren Sämereinen. Die handelsüblichen Mischungen, wo man im Handel bekommt, sind meist zu zuckerreich, deshalb mischen viele Deguhalter das Futter selbst. Sie fressen auch gerne Gemüse (z.B. Salatgurke, Karotten oder Paprika). Obst und auch manche Leckerlies stehen in Verdacht die Zuckerkrankheit bei Degus zu begünstigen, da sie recht viel Zucker enthalten. Deshalb wird empfohlen, den Tieren lieber Gemüse und stark zellulosehaltiges Futter (viel Heu) zu reichen. Auf Nüsse sollte bei der Ernährung verzichtet werden, es schmeckt den Tieren zwar, macht aber enorm dick. Immer auf dem Speiseplan sollten frische Zweige von Obstbäumen (Steinobstgehölze bitte nur in ganz geringen Mengen)  und Haselnusszweigen stehen, denn diese Leckerei dient zusätzlich zur Beschäftigung und Abnutzung der Zähne. Frisches Trinkwasser bietet man am besten in einer Trinkflasche an und muss immer zur Verfügung stehen. Kalk-Nagersteine werden gerne angenommen.

 

Heimtierhaltung:

Degus sind putzig, friedlich, sozial, unterhaltsam, von geringer Körpergröße und dazu noch tagaktiv. Eigentlich doch das ideale Heimtier schlechthin - sollte man meinen. Ist auch so, wenn man einiges berücksichtigt und über anderes hinwegsieht. Als allererstes muss man wissen, dass das schlimmste für einen Degu ist, alleine zu leben. Degus brauchen unbedingt Gesellschaft und sollten bestenfalls in Gruppen gehalten werden; natürlich nur in gleichgeschlechtlichen Gruppen (bzw. in gemischt geschlechtlichen Gruppen müssten die männlichen Tiere kastriert sein), denn zu viele Degus sind gar nicht mehr lustig... Als zweites brauchen die Tiere einen unbedingt ausbruchsicheren Lebensraum, welcher groß genug ist, damit die Tiere darin herum rennen und klettern können; außerdem muss dieser Platz bieten für Versteckmöglichkeiten und "Luxuseinrichtungen" wie Wurzeln, Steine, frische Äste und Zweige, eine Sandbadewanne und natürlich eine Futternapf. Am besten geeignet sind große, robuste Draht-Gitter-Volieren ohne Plastikteile (die hätten die Tiere nämlich umgehend zu Spänen verarbeitet und hüpften Ihnen dann im ganzen Haus herum!), in die man mit Holzbrettern verschiedene Ebenen einbaut. Eine andere Lösung ist ein großes Terrarium, welches auch in der Höhe genug Platz bieten muss; das Terrarium sollte natürlich ebenfalls keine zernagbaren Teile (z.B. keine Holzwände) aufweisen, muss eine Abdeckung haben und gut belüftet sein. Bei beiden Lösungen gilt natürlich "je größer, desto besser", denn schließlich sollen die Tiere jahrelang darin leben. Als Minimum an Lebensraum sollte für eine Kleingruppe Degus ein Raum von einem Kubikmeter zur Verfügung stehen. Falls Sie nicht viel Wert auf die Unversehrtheit Ihrer Wohnung und deren Einrichtung legen, können Sie Ihren Tieren natürlich Freilauf gewähren. Doch schimpfen Sie hinterher nicht, wenn die ganze Bande hinter dem Einbauschrank im Wohnzimmer hockt und sich mit nichts bewegen lässt, dort wieder hervor zu kommen. Wenn dann noch am nächsten Tag Ihre schöne neue hölzerne Haustüre ein frisch gefrästes Loch hat und sie Ihre Degus beobachten können, wie sie in Windeseile pfeifend in Ihrem Steingarten verschwinden - dann haben sie etwas falsch gemacht.

 

Krankheiten:
Degus sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Zugluft (kann schnell zu Lungenentzündung führen); bei richtiger und nicht zu gehaltvoller Fütterung treten Verdauungsstörungen selten auf. Große Vorsicht ist in Punkto "Unfälle" geboten. Da Degus die "besten Nager unter den Nagern" sind, knabbern sie einfach alles an, was natürlich bei z.B. Plastikgegenständen lebensgefährlich sein kann, wenn Teile verschluckt werden. Ganz häufig ist der Schwanz der Degus in Gefahr: die Schwanzhaut reißt leicht (nie einen Degu am Schwanz festhalten oder ziehen!), und dies bedeutet in der Regel, dass die Tiere sich denselben infolge dessen abreißen. Für ihre Fellpflege brauchen Degus ein täglichen Sandbad mit Chinchilla-Badesand. Als Badewanne eigenen sich robuste Keramik- oder Tonschalen.

 

Besonderheiten:

Degus sind keine Schmuse- und Kuscheltiere. Sie werden zwar sehr zutraulich und "furchtlos" und kommen gelegentlich auch einmal auf die Hand, aber mehr nicht. Für Kinder, die ihr Tier mit sich herumschleppen möchten, sind sie nicht geeignet. Degus sind eher geeignet für Menschen, die Spaß haben, die Tiere zu beobachten und sich an ihrer Pfiffigkeit zu erfreuen. Degus verständigen sich übrigens ähnlich wie Meerschweinchen mit Pfeiflauten; meist dienen diese dazu, die Sippe zu warnen, weil irgendwo Gefahr droht. Alles in allem sind Degus sehr sympathische, aber auch sehr anstrengende Hausgenossen.

Herkunft und Verhaltensweisen:

Asien, vermutlich im 18. Jahrhundert nach Europa eingewandert. Abstammung von der Wanderratte. Nächster Verwandter ist die seltene Hausratte (Rattus rattus), die unter Artenschutz steht. Ratten sind intelligente, sehr bewegungsfreudige und neugierige Tiere, die schnell ein inniges Band zu “ihrem” Menschen knüpfen. Mindestens eine Stunde pro Tag muß man für die Tiere Zeit haben. Nicht jede Ratte wird zutraulich, Ratten sind Individualisten.

 

Allgemeines:

Rudeltiere mit Rangordung - für Einzelhaltung ungeeignet! (in der Paarhaltung: kastriertes Böckchen mit Weibchen, zwei Weibchen oder zwei verträgliche unkastrierte oder kastrierte männliche Tiere) · Handhabung: nie am Schwanz! Viel geborgener fühlt sich die Ratte, wenn sie mit einer Hand unter den Brustkorb genommen wird (eine Hand umfasst ihren Körper/Brustkorb und die andere Hand stützt ihren hinteren Teil)
· Lebenserwartung: 2 - 3 Jahre · Geschlechtsreife bei Weibchen ab der 4. Woche, Böckchen ab der 5. Woche, Trächtigkeit 21 - 24 Tage

 

Anfälligkeit:

Tumorbildung · Fettleibigkeit · Ekzeme / Abszesse · Lähmung der Hinterhand (meist bei Böcken) · Parasitenbefall · Infektionen der Atemwege

 

Fütterung:

Frisches Wasser (Achtung bei Trinkflaschen: viele Tiere kennen das System nicht!) · Mischfutter für Ratten · Pellets, Körner, Nüsse mit Schalen, Obst, Gemüse (Ratten sind Gourmets) · Gelegentlich Hartkäse, Milch, Hackfleisch, Quark, Joghurt, Hüttenkäse · Heu und Hafer in kleinen Portionen verhütet viele Verdauungsstörungen bei Jungtieren 

 

Unverzichtbar:

Reizreiche, abwechslungsreiche Umgebung Gitter- oder Kistenkäfig in Rechteckform, Mindestabmessung für zwei Tiere: 70 cm breit x 100 cm hoch x 60 cm tief, (lieber hoch als breit, mit verschiedenen Etagen) · Dreidimensionale Raumaufteilung mit Klettertauen, Leitern, Schlupfröhren, leeren Schachteln, Hängematten, verschiedene Aussichts-/Schlafplätze · Polstermaterial (Heu, Stroh, Packpapierstreifen) an verschiedenen Stellen auslegen (Betätigung!) · Hobelspäne als Einstreu (kein Torfmull - Verpilzung!), · Auslauf: nur im “rattensicheren” Zimmer (d. h. zum Beispiel Stromkabel, Tapeten, Polster schützen, keine offenen Türen und Fenster; jedes Loch schließen, wo man die Ratte nicht mehr rausholen kann) und nur unter Aufsicht laufen lassen · Kein Laufrad, da unphysiologische Körperhaltung, verursacht Schwanztraumen

 

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Herkunft und Verhaltensweisen:

Ursprünglich stammt der Hamster aus Syrien. Sein Lebensraum ist die Steppe. Er baut sein Nest in einem Röhrensystem, das bis zu 2,5 m unter der Erdoberfläche liegen kann. In der Regel schläft der Hamster tagsüber. Erst in der Dämmerungsstunde wird er aktiv. Dann beginnt die Zeit der Futtersuche, in der er ein enormes Laufpensum absolviert. Sinkt die Außentemperatur unter 15° C, so läßt die Aktivität des freilebenden Hamsters erheblich nach. Mit Einbruch des Winters verstopft er seinen Bau und verfällt in einen Winterschlaf, aus dem er erst im Frühjahr erwacht. Vom Sozialverhalten her ist der Hamster ein Einzelgänger. Nur zur Paarungszeit dulden die Weibchen ein Männchen in ihrer unmittelbaren Nähe.

 

Allgemeines:

dämmerungs- und nachtaktiv, will tagsüber nicht gestört werden, beißt zu, deshalb nicht für kleine Kinder geeignet · Einzeltierhaltung, schnell handzahm · Handling: hohle Hand - Genickfalte · Lebenserwartung: 1,5 - 2 Jahre, Geschlechtsreife ab 6. Woche, Trächtigkeit 16 - 18 Tage

 

Anfälligkeit:

Darminfektionen (nasser Schwanz) · Verstopfung der Backentaschen · Hirnhautentzündung (selten)

 

Besonderheiten:

· Backentaschen zum Futtertransport
· auffällige Seitendrüsen (schwarz pigmentierte Talgdrüsen zur Reviermarkierung, Verwechslung mit Tumoren möglich) · Urin dickflüssig und milchig · Beißreflex wenn Finger nach Futter riechen

 

Fütterung:

frisches Wasser (Achtung bei Trinkflaschen, viele Tiere kennen das System nicht) · Hamstermischung, Nüsse, Obst, Gemüse - an verschiedenen Stellen auslegen (Betätigung!) · Nagematerial (Weide, Buche, Haselnuß, Apfel- und Birnbaum) · gelegentlich Hackfleisch, Schinken, Hartkäse, Ei - kein verschimmeltes Futter!

 

Unverzichtbar:

Gitter- oder Kistenkäfig in Rechteckform, Mindestabmessungen: 80 cm Länge x 40 cm Tiefe x 50 cm Höhe (im Zweifelsfall immer den größeren Käfig, optimal wären 120 cm Länge x 60 cm Tiefe x 50 cm Höhe). Wie alle kleinen Nager lieben Hamster die Dreidimensionalität, d. h. der Käfig sollte mindestens 1 - 2 Etagen aufweisen, die über Leitern oder Kletteräste zu erreichen sind. Die Vergitterung des Käfigs muß zum Klettern querverdrahtet sein. Verschiedene Schlaf- und Vorratshäuschen sind Pflicht. Polstermaterial zwecks Betätigung an verschiedenen Stellen auslegen (Heu, Stroh, Packpapier - keine Watte (auch nicht die handelsübliche “Hamsterwatte”, keine Bast- oder Wollfäden!) Oder: (besonders bei Zwerghamstern) Terrarium mit hoher Einstreu aus einem Erd/Torfgemisch oder Hobelspäne zum Graben. Mit Steinen, Ästen, Röhren etc. ausstatten. Terrarium bitte so groß wie möglich (mind. 1 m Länge x 50 cm Tiefe x 50 cm Höhe): Abenteuerlandschaft! Organisierter Auslauf in der Wohnung (Unfallgefahr!), 1 - 2 Stunden täglich in den frühen Abendstunden Häufige Haltungsfehler: Lärm, falsches Anfassen, zu kleine Käfige, Ruhestörung am Tag, Fehlernährung/Überfettung, Laufrad (Verletzungsgefahr), Hamsterkugel (Erstickungsgefahr)

 

Eignung:

Kinder ab 10 Jahre

 

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Herkunft:

Zwerg und Hauskaninchen stammen vom europäischen Wildkaninchen ab. Obwohl die Zwergkaninchen auch als “Zwerghasen” bezeichnet werden, haben sie nichts mit dem Feldhasen gemein. Sie können sich mit diesem auch nicht verpaaren. Heute gibt es über hundert Kaninchenrassen.

 

Allgemeines:

Rudeltiere - für Einzelhaltung ungeeignet: In der Paarhaltung im besten Fall:: kastriertes Böckchen mit Weibchen. Kastrierte oder unkastierte Kaninchenböcke in Zweierhaltung vertragen sich in den seltensten Fällen, ebenso wie weibliche Kaninchen. Junge weibliche Tiere verstehen sich meist nur bis zur Geschlechtsreife)

 

Handling:

Umfassen mit beiden Händen oder mit einer Hand an der Genickfalte, sofort den Bauch bzw. Hinterteil mit der anderen Hand von unten unterstützen - nie an den Ohren hochheben! · Lebenserwartung: 8 - 10 Jahre, Geschlechtsreife ab drei Monate, Trächtigkeit 31 - 33 Tage · regelmäßige Kontrolle von Krallen und Zähnen (wurzellos, wachsen lebenslang nach) · Fressen Blinddarmkot zur Vitaminversorgung · Hitzeempfindlich da Höhlenbewohner und Dämmerungstier nicht so problemlos, wie oft angenommen: · Schreckhaftigkeit, Beißen, Kratzen - verstärkt bei Weibchen, die sich im Käfig von der menschlichen Hand gestört fühlen · Unkastrierte Rammler markieren mit Urin, Häsinnen sind oft aggressiv aufgrund von Hitze oder Scheinschwangerschaft, verteidigen ihren Stall mit stellenweise massiven Drohen, Kratzen, Beißen. Angriff geht nach vorne, da kein Hinterausgang wie im natürlichen Bau vorhanden. Natürliches Fluchtverhalten ist in der heutigen Käfighaltung nicht mehr möglich. Anfälligkeit (Bitte nie mit dem Gang zum Tierarzt zögern!): · Verdauungsstörungen · Durchfall (Vorsicht im Sommer - auf Fliegenmaden achten!) · Infektionen der oberen Luftwege/Pasteurellenschnupfen (oft chronischer Verlauf) · Fehlstellungen der Zähne (meist aufgrund Fehlernährung) · Abzesse (Eiteransammlungen) im Kopfbereich · Wunde Stellen an den Hinterläufen (unsaubere Einstreu!) · Fettleibigkeit (oft aufgrund Bewegungsmangel und Fehlernährung) · Trommelsucht · Myxomatose, RHD Chinaseuche (Impfschutz bei Außenhaltung)

 

Fütterung:

Frisches Wasser (Achtung bei Trinkflaschen: viele Tiere kennen das System nicht!) · Heu und Gräser sind Hauptgrundnahrungsmittel! Muß immer ausreichend und frisch zur Verfügung stehen! (Wichtig für das Abmalmen der Front- und Backenzähne sowie für die Verdauung!)
· Grünfutter: Apfel, Möhre, Möhrengrün, Petersilie (keine Kohlgewächse, verursachen Blähungen und Durchfall - auch keine Kohlrabistücke und -blätter)
· auf Körnermischungen im besten Fall ganz verzichten (langsam reduzieren), ansonsten höchstens 1 Eßlöffel pro Tier pro Tag - möglichst eine Mischung ohne Mais und Getreide (zu schwer verdaulich und zu zuckereich, Fütterung führt zu Verfettung und zieht Folgekrankheiten mit sich) · selten: Knäckebrot (keine Brotreste und Gebäck = Schimmelpilze!) · Nagematerial: Äste von Weide, Buche, Haselnuß, Apfel- und Birnbaum

 

Unverzichtbar:

Gitter oder Kistenkäfig in Rechteckform, Mindestabmessung 120 x 60 x 50 cm (optimal wären 2 qm/Tier), organiserter Auslauf (Wohnung, Balkon, Garten) - Achtung bei Stromkabel!
Kaninchen sind intelligente, neugierige und sehr bewegungsaktive Tiere - nichts ist schlimmer als eine eintönige Stallhaltung ohne Abwechslung. Große Wasserrohre und Holzgiebel zum Durchlaufen, Baumstämme und Steinhaufen zum Klettern: Öfter mal anders arrangiert macht dies das vorwitzige Tier beim Laufen im Außengehege oder in der Wohnung glücklich. Übringens: Kaninchen können prima draußen überwintern, ein warmer und trockener Stall auf niedrigen Beinen muß als Unterschlupf gewährleistet sein. Gewöhnung ab dem Sommer, damit sich das Fell entsprechend entwickeln kann sowie Impfung gegen Myxomatose und Chinaseuche.

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Meerschweinchen

 

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Herkunft:

Wildmeerschweinchen kommen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Schon lange bevor sie zu uns kamen, hielten die Indios sie als Haustiere, denn die Meerschweinchen waren eine willkommene Abwechslung auf ihrem Speiseplan. Nach der Entdeckung Amerikas gelangten sie im Gepäck der Seefahrer nach Europa, wo sie sehr schnell zum beliebten Heimtier wurden. Durch jahrhundertlange Zucht entstanden unzählige Rassen verschiedener Farben und Fellbeschaffenheit.

 

 

Ernährung:

Meerschweinchen haben ihre Ernährung der kargen Kost des Hochgebirges angepasst. Somit ist die Grundnahrung gutes Heu, daneben fressen sie frisches Grünfutter, Gemüse (besonders beliebt sind Salatgurken und Möhren) und Obst. Im Handel gibt es Fertigfuttermischungen für Meerschweinchen. Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein. Nagematerial im Form von z.B. Obstbaumzweigen oder Knäckebrot anbieten.

 

 

 

Heimtierhaltung: Meerschweinchen werden oft angepriesen als unkomplizierte, pflegeleichte, lebendige Kuscheltiere für Kinder, beißen angeblich nie und fühlen sich wohl in der kleinsten Hütte. Seien Sie versichert, dass dem nicht so ist! An erster Stelle im Meerschweinchen-Leben steht das Sozialleben der Tiere, die von Natur aus sehr gesellig sind. Ihre Kontakte werden begleitet von vielerlei Lautäußerungen wie Quieken in den verschiedensten Variationen, Zähneklappern und vielem mehr. Ihre Körpersprache reicht von freundlichem Anstupsen bis hin zu drohendem "groß machen" und beieindruckend Hin- und Herwackeln. Wer einmal eine ganze Meerschweinchen-Sippe länger beobachtet hat weiß, wie langweilig das Leben eines einzeln gehaltenen Meerschweinchens sein muss. Ganz egal, wie viel ein Mensch sich um so ein Tier kümmert, er wird ihm nie einen (oder mehrere) Artgenossen ersetzen können. Das bedeutet für Sie, dass Sie niemals weniger als zwei Meerschweinchen in Ihrer Obhut haben werden, wenn hinter der Motivation für Ihre Tierhaltung ein wenig Tierliebe steckt. In Bezug auf die Frage "Wer mit Wem" gilt es einiges zu beachten: Weibliche Tiere, die miteinander aufwachsen, vertragen sich in der Regel sehr gut miteinander. Bei Männchen kommt es oft zu Beißereien und Unverträglichkeit wenn die Geschlechtsreife einsetzt. Am besten verstehen sich ein Pärchen oder ein Männchen mit mehreren Weibchen. Es ist natürlich selbstverständlich, dass das Männchen kastriert sein muss, sonst wird aus zwei Meerschweinchen innerhalb eines Jahres ein unüberschaubares Durcheinander von einigen Dutzend Meerschweinchen. Fremde erwachsene Tiere miteinander zu vergesellschaften ist nur problematisch, wenn es sich um gleichgeschlechtliche Tiere, insbesondere Männchen handelt. Die "einfache Lösung", einem Meerschweinchen ein Kaninchen als Gefährten anzubieten, ist weder für ein Meerschweinchen noch für ein Kaninchen eine glückliche Lösung. Da sich die beiden Tierarten in Verhalten und Körpersprache vollkommen unterscheiden, hat so ein gemischtes Pärchen in der Regel nichts voneinander. Im schlimmsten Fall endet diese Partnerschaft in einer Beißerei, die vom Kaninchen ausgeht und beim Meerschweinchen üble Verletzungen hervorruft. Sie müssen sich also im Interesse der Tiere entscheiden, entweder für zwei Meerschweinchen oder zwei Kaninchen.

 

 

 

Eine ganz wichtige Frage ist:

Wo sollen die Meerschweinchen leben? Die handelsüblichen Meerschweinchenkäfige sind in der Regel viel zu klein, so dass sie sich schon genau umschauen müssen, um etwas Akzeptables zu finden. Natürlich können Sie auch auf "Marke Eigenbau" zurückgreifen, was Ihren Meerschweinchen sicherlich gefallen wird. Für zwei bis vier Tiere sollte die Grundfläche des Käfigs einen Quadratmeter nicht unterschreiten. Falls Sie das Ihren Tieren nicht bieten können oder wollen, sollten Sie in deren Interesse auf eine Haltung verzichten. Ausgestattet sein muss der Käfig mit Schlafhäuschen, Röhren und sonstigen Gegenständen (z.B. Steine und Wurzeln), die zum verstecken, drüber springen, drum herumlaufen oder drauf sitzen einladen. Ihre Meerschweinchen sind froh über jede Abwechslung, und das nicht nur innerhalb des Käfigs. Deshalb sollten Sie Ihre Tiere so oft wie irgend möglich aus ihrem doch stark eingeschränkten Lebensraum herauslassen und Ihre Wohnung erkunden lassen. Doch Vorsicht: auch hier bleiben Meerschweinchen Nagetiere, d.h. sie werden das ein oder andere Möbelstück mit ihren Zähnen "verzieren" oder die beste Literatur in Konfetti verwandeln. Abgesehen davon müssen Sie mögliche Gefahrenquellen wie Stromkabel oder giftige Zimmerpflanzen aus der Reichweite der Tiere entfernen um Unfällen vorzubeugen. Mit einem weiteren Problem müssen Sie so gut es geht leben: Meerschweinchen werden leider nicht stubenrein. Im Sommer können Sie ihnen sogar in ihrem Garten ein Freigehege errichten, wo die Tiere "Natur pur" erleben können. Dabei müssen Sie natürlich unbedingt darauf achten, dass keine Raubtiere (Katzen, Vögel etc.) in das Gehege eindringen können. Eine ganzjährige Außenhaltung ist für Meerschweinchen übrigens keinesfalls empfehlenswert, da kalte und feuchte Witterung der Gesundheit der Tiere sehr abträglich ist.

 

 

Krankheiten:

Die meisten Krankheiten entstehen durch unsachgemäße Haltung und Ernährung. So führen Zugluft und Kälte oft zu schlimmen Erkältungskrankheiten, die unbedingt durch einen Tierarzt behandelt werden müssen. Bei unsauberer Haltung tritt oft Befall mit Parasiten wie Milben, Haarlingen und Würmern auf, falsches oder verdorbenes Futter verursacht schnell Durchfall. Schon Stürze aus geringer Höhe können Knochenbrüche verursachen; Knochenbrüche sind auch oft das Ergebnis von zu festem Zupacken! Die Vermutung, dass Meerschweinchen wegen ihres Namens etwas mit "Meer" zu tun haben und deswegen schwimmen können, ist falsch. Meerschweinchen mögen Wasser wirklich nur zum trinken! Deswegen: bewahren Sie Ihre Kinder vor diesbezüglichen Experimenten!

 

 

Besonderheiten:

Meerschweinchen sind keine Kuscheltiere für Kinder. Trotz ihres robusten Aussehens sind sie sehr "zerbrechlich", und ein Kind, welches sein Meerschweinchen vor lauter Liebe ganz fest drückt, kann dem Tier damit schwerste Verletzungen zufügen. Kuscheln, gegenseitiges Ablecken oder stundenlang ganz nah aneinander liegen und schmusen existieren im Meerschweinchen-Verhalten nicht. Deshalb sollten wir mit unseren Streicheleinheiten für die Meerschweinchen etwas zurückhaltend sein und ihnen unsere Liebe besser zeigen durch eine artgerechte Haltung in unserer Obhut - wo sie einfach Meerschweinchen sein dürfen und nicht als lebendiges Spielzeug herhalten müssen.

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Bartagamen

 

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Herkunft:

Bartagamen sind in den Wüsten, Steppen und Savannen in Australien beheimatet. Die in Deutschland erhältlichen Bartagamen-Arten sind Pogona vitticeps (Gewöhnliche Bartagame) und Pogona henrylawsoni (Zwergbartagame). Pogona vitticeps werden bis zu 55 cm groß, Pogona henrylawsoni erreicht etwa eine Gesamtlänge von 30 cm. Bartagamen können in Terrarienhaltung um die 15 Jahre alt werden
 
Terrarium Maße:
  • Für ein Tier mindestens:       (120x60x60cm)
  • Für zwei Tiere mindestens:  (120x100x75cm)
 
 
Einrichtung:
  • Bodengrund sollte mit Sand eingestreut werden (ca. 15cm), da sie sehr gerne graben
  • ausreichende Klettermöglichkeiten, am besten eignen sich dafür Steine, Äste, Wurzeln und Korkröhren
  • Versteckmöglichkeiten zum schlafen und zurückziehen sollten ausreichend vorhanden sein
  • an der Terrarienwand sollte eine Korkwand nicht fehlen
  • relativ große Schale mit Wasser, da die Tiere sehr gerne baden (nicht zu tief bei Jungtieren, da diese sonst leicht ertrinken können)
 
 
Beleuchtung:
  • als Grundbeleuchtung eine Leuchtstoffröhre/Wärmelampe
  • UV Lampe Osram Vitalux mit 300 Watt
  • Fassung aus Keramik oder Metall
 
Temperatur:
  • tagsüber 27-35°C (auf Sonnenplätzen bis zu 45°C)
  • nachts     18-22°C (Nachtabsenkung)
 
Luftfeuchtigkeit:
  • 30-50% → Zugluft vermeiden
 
Haltung:
  • Paarweise, einzeln, oder als kleine Gruppe, mit einem männlichen und 2-3 weiblichen Bartagamen
 
Fütterung:
  • Die Ernährung von Bartagamen besteht sowohl aus pflanzlicher als auch tierischer Nahrung. Jungtiere bekommen noch täglich Futtertiere (Heimchen, Grillen, Schaben...). Mit zunehmendem Alter wird der tierische Anteil zu Gunsten von Grünfutter reduziert.
 
Tierische Nahrung:
  • 2-3mal pro Woche, Heimchen, Heuschrecken, Schaben, Echte Grillen, Wachsmaden, Zophobas, Mehlwürmer etc.
 
Pflanzliche Nahrung:
  • täglich, Salat, Löwenzahn, Tomaten, Gurke, Apfel, Erdbeere, Banane, Karotte, Paprika, Gänseblümchen, Petersilie, Weintrauben, Zucchini, Klee, Wegerich, Brennesseln etc.
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Wasserschildkröten

 

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Die Wasserschildkröten gehören zu unseren Sorgenkindern. Allzu leicht bekommt man kleine Schildkröten in der Zoohandlung und merkt erst später, wie groß sie werden. Oder, dass sie recht geruchsintensiv sind. Spätestens bei einem Wasserschaden landen viele leider bei uns. Da wir kaum Unterbringungsmöglichkeiten haben und die einzelnen Arten sehr spezifisches Fachwissen erfordern, haben wir die meisten Tiere bei einer Pflegestelle untergebracht.

 

Möchten Sie sich Wasserschildkröten zulegen, sollten Sie bedenken, dass die meisten Arten recht groß werden. So benötigen zwei ausgewachsene Gelbwangen-Schmuckschildkröten ein Becken von mindestens 2 Meter Länge, 1,5 Meter Breite und 70 cm Höhe, wobei der Wasserstand mindestens 50 cm hoch sein sollte. Ein Landteil mit Wärme- und UV-Bestrahlung ist für alle Arten unbedingt notwendig. Schöner für die meisten Arten (z.B. Rotwangen-Schmuckschildkröte) ist die Möglichkeit, sie in einem Teich zu halten. Die Europäische Sumpfschildkröte kann man ganzjährig außen halten.

 

Wenig bekannt ist auch die Tatsache, dass alle Schildkröten gesellige Tiere sind. Eine dauerhafte Einzelhaltung ist somit nicht artgerecht.

 

Die Ernährung ist von Art zu Art unterschiedlich. Es gibt Pflanzenfresser und „Fleischfresser“, also Tiere, die sich von kleineren Wassertieren ernähren. Im Zoohandel angebotenes Futter ist oft mit Vorsicht zu genießen.

 

Zu beachten ist, dass die Tiere für ihr Wohlbefinden einige Monate Winterschlaf brauchen. Überlegen Sie sich, ob Sie es übers Herz bringen, ihre Schildkröten in einen Kühlschrank zu stecken!

 

Auch mit der bei Schildkröten bekannten langen Lebenserwartung von bis zu 60 Jahren muss man rechnen.

 

Wenn Sie sich trotz dieser Schwierigkeiten für die Haltung von Wasserschildkröten entscheiden, freuen wir uns über Ihren Anruf! (Besser Sie rufen erst an, da die meisten Tiere bei einer Pflegestelle sind. Dort werden Sie fachkompetent beraten.)

 

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Herkunft und Verhaltensweisen:

Während der Kanarienvogel nach seinem Herkunftsort benannt ist, haben Wellensittich, Nymphensittich und Zebrafink die gemeinsame Heimat Australien. Verschiedenste Vogel- und Papageienarten gibt es auf der ganzen Welt. Amazonen fühlen sich in tropischen Zonen von Mittel- bis Südamerika wohl, der oft gehaltene Graupapagei in Savannen und Wäldern West- und Zentralafrikas, und der gern gehörte Beo in den subtropischen Wäldern Asiens.

Eins haben sie alle gemeinsam: Sie leben in Schwärmen oder zumindest in Gruppen. Daher sollten sie auch bei uns zuhause mindestens zu zweit sein dürfen!

 

Allgemeines:

Welli und Co sind in verschiedensten Gruppenzusammenstellungen denkbar (Achtung: Wenn sie eine Nistmöglichkeit haben, regelmäßig die Eier entfernen, sie vermehren sich sehr schnell!); einige Papageien, wie die Unzertrennlichen, sind sehr wählerisch, was ihren Partner angeht. Wir beraten Sie gerne bei einem individuellen Gespräch.

Vögel haben eine recht hohe Lebenserwartung: schon der kleine Zebrafink kann sieben bis zehn Jahre alt werden. Generell gilt: je größer, desto älter. Nymphensittiche können bis zu 25 Jahre, Papageien bis zu 50 Jahre alt werden.

Arten mit ähnlichen Haltungsansprüchen können bei genügend Ausweichmöglichkeiten zusammen gehalten werden (z.B. Wellensittiche und Kanarienvögel). Trotzdem müssen von jeder Art mindestens zwei Tiere vorhanden sein!

Mit etwas Geduld werden sie oft so zahm, dass sie auf die Schulter kommen, um Leckerlis zu nehmen. Ansonsten sind es eher Tiere zum Beobachten und für Kinder nur bedingt geeignet.

 

Fütterung:

Für die alle Vogelarten gibt es spezielle Futtermischungen im Handel. Das Körnerfutter bildet die Hauptnahrung. Darüber hinaus nehmen sie gerne Grünfutter, Gemüse und Obst (auch exotisches, je nach Herkunftsland). Kolbenhirse bietet eine gute Beschäftigungsmöglichkeit. Kalkgrit oder eine Sepiaschale muss immer zur freien Verfügung stehen, damit die Verdauung reibungslos funktioniert. Während der Mauser (dem Federwechsel), der Zucht und dem Wachstum muss tierisches Eiweiß zur Verfügung stehen. Wasser muss sowohl zur Aufnahme als auch als Bademöglichkeit immer zur Verfügung stehen.

Eine Ausnahme bei der Ernährung ist bei Beos zu beachten: sie benötigen hauptsächlich verschiedenste Obstarten und regelmäßig Lebendfuttergaben. Im Handel erhältliches Beofutter kann zugefüttert werden. Durch die Ernährung mit Weichfutter werden auch die Hinterlassenschaften weich, was die Reinigung des Käfigs und dessen Umgebung sehr aufwändig macht.

 

Anfälligkeit:

Wirkt eine Henne apathisch, atmet mit offenem Mund und frisst nicht kann dies auf eine Legenot hinweisen. Sie kann ein oder mehrere Eier nicht selbst herauspressen. Das Tier leidet sehr starke Schmerzen, es muss unverzüglich zum Tierarzt!

 

Unverzichtbar:

Bei der Größe des Käfigs oder der Voliere gilt: es kann nie zu groß sein! Je kleiner der Käfig, desto mehr Freiflug sollte man ihnen gönnen. Ist das z.B. bei Außenhaltung nicht möglich, sollte das Platzangebot großzügig bemessen sein. Außerdem ist bei Außenhaltung ein beheizter Schutzraum notwendig. Ein Käfig sollte erhöht positioniert sein; Vögel lieben es naturgemäß, auf den Menschen herabzuschauen. So fühlen sie sich sicher. Wichtig ist, dass die Größe des Käfigs und die Lage der Sitzstangen den Vögeln erlaubt, einige Flügelschläge zu machen. Die Sitzstangen sollten verschiedene Durchmesser haben. Naturäste sind optimal, sie können auch gleichzeitig angenagt werden. Zebrafinken benötigen Schlafkörbchen oder -kästchen. Eine Bademöglichkeit muss allen Vögeln zur Verfügung stehen. Es gibt Badehäuschen im Zoofachhandel, die man an einem offenen Türchen von außen anbringen kann; so verschmutzt das Wasser nicht so schnell. Für den Boden sollte man Vogelsand verwenden, der ist meist mit dem lebensnotwendigen Grit oder Muschelbruch angereichert. Dieser wird je nach Verschmutzungsgrad alle zwei bis drei Tage gewechselt.

Tierschutzwidrig sind:

  • runde Käfige: die Tiere können sich nicht orientieren
  • Spiegel, Plastikpartner: sie sind kein Ersatz für echte Partner; das Tier kann gar eine Kropfentzündung bekommen, wenn es versucht, den „Partner“ zu füttern
  • beschichtetes Käfiggitter kann giftig sein, weißes Gitter beeinträchtigt die Wahrnehmung der Tiere
Ungeeignet sind:
  • Kunststoffsitzstangen: sie bieten zu wenig Halt und haben überall den selben Durchmesser
  • Bodenbeläge und Sitzstangen mit Sandpapier: die raue Oberfläche kann die Haut an den Füßen verletzen
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Gerbils/ Mongolische Rennmaus

 

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Herkunft und Verhaltensweisen:

Mongolische Rennmäuse sind eigentlich in den sandigen Steppen der Mongolei und auch in Teilen Chinas zuhause. Sie leben als Kulturfolger dicht beim Menschen, da sie ihre Nahrung auf Feldern und Weideland suchen. Deshalb gelten sie in ihrer Heimat als Schädlinge. Wenn sie nicht auf Futtersuche sind, verbringen sie ihre Zeit mit buddeln: sie leben in selbst gegrabenen Bauten, die fast zwei Meter tief und einige Quadratmeter groß sein können. Rennmäuse sind gesellige Tiere, verhalten sich aber sehr territorial. Eine Gruppe besteht lediglich aus einem Elternpaar und deren Nachwuchs. Der Nachwuchs wandert aus und sucht sich eigene Territorien. Außerdem sind Rennmäuse sehr reinlich ohne starken Eigengeruch.

 

Allgemeines:

Mongolische Rennmäuse sind gesellig; am besten vertragen sich ein kastrierter Bock und ein Weibchen. Aber auch andere Zusammenstellungen sind bei Haltungserfahrung und guter Beobachtung möglich.

Sie sind sehr neugierig und holen gerne Futter von der Hand. Aufgrund ihrer kleinen Körpergröße und ihres quirligen Wesens sind sie aber eher Tiere zum Beobachten als zum Streicheln. Aus diesen Gründen sind sie für Kinder nicht geeignet.

Lebenserwartung: 3-5 Jahre

Geschlechtsreife: ab 5-8 Wochen

Handling: Man kann die Tiere mit der hohlen Hand umfassen. In Ausnahmefällen (bei bissigen Tieren) in der Nackenfalte fassen.

 

Fütterung:

  • immer frisches Trinkwasser (am besten in einer Flasche, da ein Napf schnell eingebuddelt wird)
  • als Hauptfutter dient eine Trockenfuttermischung aus kleinen Sämereien, Getreide, Trockengemüse/ -früchte und Trockenkräutern, auch tierische Anteile dürfen nicht fehlen; Menge: etwa 1 TL pro Tier pro Tag
  • zusätzlich sollte man Kräuter, Gräser, Gemüse und etwas Obst in solchen Mengen füttern, wie sie es schnell verzehren
  • man kann tierisches Eiweiß auch in Form von Lebendfutter, wie z.B. Mehlwürmern, Zophobas oder Heimchen zufüttern, oder auch über Hüttenkäse, Magerquark, Magermilchjoghurt, hartgekochte Eier
  • zur Abnutzung der Zähne eignen sich am Besten Äste von Obstbäumen oder Weiden, gerne auch mit Blättern, Knospen oder Blüten
  • als Beschäftigung empfiehlt es sich einmal wöchentlich Kolbenhirse zu reichen, das Futter im Käfig zu verstreuen oder in Küchenpapier, Papierrollen usw. zu verstecken

 

Anfälligkeit:

Bei unausgewogener Fütterung (zu viel Leckereien, Obst) können die Tiere Diabetes bekommen.

 

Unverzichtbar:

Die einfachste Lösung für die Haltung von Mongolischen Rennmäusen ist ein Aquarium. Ausrangierte oder beschädigte Aquarien sind oft sehr günstig in Zoofachgeschäften oder über privat zu haben. Das absolute Mindestmaß ist 100x40x40 cm (BxTxH); gerade für Pärchen darf es auch gerne deutlich größer sein. Vor allem bei anderen Gruppenzusammenstellungen kann es passieren, dass die Tiere Reviere bilden, dann muss man das Platzangebot wieder verringern. Als Einstreu eignet sich normale Kleintierstreu, diese sollte mindestens 25 cm hoch sein, dass die Tiere Höhlen und Gänge buddeln können. Heu, Stroh, Küchen- und Taschentücher dienen als Nistmaterial. Ein großes Laufrad (25 cm), ein Sandbad (Chinchillasand), Wasser und Futter sollten auf einer festen Etage stehen (einfach vier Füße an ein Brett schrauben). Ansonsten sind in Sachen Einrichtung ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt: Häuschen, Äste, Wurzeln, Steine, Röhren, Kokosnusshälften, Blumentöpfe, Heunester, Pappkartons... Die Tiere zernagen einiges ihrer Einrichtung. Vorsicht: Schwere Gegenstände müssen so platziert sein, dass sie die Tiere nicht beim unter-buddeln erdrücken können.

Möglich ist auch ein Buddelaquarium-Käfig-Verbund. So kann man schwere Einrichtungsgegenstände oder den Wassernapf im Käfig platzieren.

 

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Herkunft und Verhaltensweisen:

Das Frettchen stammt vom Iltis ab. Sie wurden ursprünglich zur Jagd verwendet, heute werden sie allerdings fast ausschließlich als Haustiere gehalten. Frettchen schlafen bis zu 18 Stunden und werden erst nachts richtig agil. Sie sind gesellig und möchten mindestens zu zweit sein. Bei genügend Beschäftigung des Halters mit seinen Frettchen, können sie sehr zahm werden.

 

Ernährung:

Die wilden Vorfahren der Frettchen ernähren sich von kleinen Beutetieren wie Mäusen.

Für die Heimtierhaltung gibt es mittlerweile Fertigfutter für Frettchen (Nass- und Trockenfutter). Mäuse, Küken oder ähnliches nehmen sie immer noch gerne an, auch mit frischem Obst und Gemüse kann man ihnen eine Freude machen.

Trockenfutter sowie frisches Trinkwasser muss immer bereitstehen.

Generell sollte der Fleischanteil der Nahrung mindestens 80% betragen.

 

Haltung:

Bei Innenhaltung sollte den Frettchen ein Käfig von mindestens 2,5 m² Grundfläche für zwei Tiere zur Verfügung stehen, mehrere Etagen müssen zusätzlich vorhanden sein. Pro weiteres Tier rechnet man einen halben m² zur Grundfläche dazu.  Bei Käfighaltung sind mehrere Stunden Freilauf am Tag Pflicht! Viel schöner ist es, den agilen Tierchen ein ganzes Zimmer zur Verfügung zu stellen, wo sie nachts nach Herzenslust toben können. Auf jeden Fall muss der Freilauf in der Wohnung immer gesichert sein: Kabel, enge Spalten, Blumentöpfe, die Waschmaschine usw. müssen vor den Fretties sicher sein.

Bei Außenhaltung sollte die Grundfläche mindestens bei 10 m² liegen. Ein Außengehege sollte gut isoliert und absolut ausbruchsicher gestaltet sein. Ein Vorraum als Schleuse ist ratsam, dass kein Tier ausbrechen kann, wenn man das Gehege betritt oder verlässt.

Zur Einrichtung gehören Beschäftigungs- und Schlafmöglichkeiten wie Katzenspielzeug, eine Buddelkiste, Röhren, Treppen, Äste, Steine, Hängematten, Höhlen, Kratzbäume, Holzhäuschen Decken... Katzentoiletten mit Katzenstreu befüllt werden meistens benutzt.

 

 

Eignung:

Frettchen sind sehr niedliche Tiere, haben aber hohe Haltungsansprüche (Platzbedarf und Beschäftigung). Vor allem wegen der nächtlichen Aktivitätszeiten sind sie nicht für Kinder geeignet.

 

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Herkunft und Verhaltensweisen:

 

Die Farbmaus stammt von der Wildform, der Hausmaus ab. Diese lebten schon vor Jahrtausenden ursprünglich im Mittelmeergebiet und Südostasien. Schnell lernten sie, dass die Umgebung des Menschen gute Nahrungsquellen bietet und so wurden sie einerseits zum Schädling und andererseits zum Haustier.

Mäuse sind gesellig, flink und sportlich. Sie sind hervorragende Kletterer, was bei der Haltung beachtet werden muss. Bei etwas Zuwendung werden Mäuse meist sehr zahm. Die Lebenserwartung beträgt 1 - 2 Jahre.

 

Haltung:


Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur Haltung von Farbmäusen: Ein handelsüblicher Käfig (Plastikschale und Gitter), ein Terrarium, oder ein ausgedientes Aquarium. Allgemein gilt eine Grundfläche von 80x50 cm als absolutes Mindestmaß; deutlich mehr Platz ist wünschenswert! Alleine eine abwechslungsreiche Einrichtung hat in einem kleinen 80-cm-Käfig keinen Platz.

Zur Grundeinrichtung gehören: Häuschen, Futternäpfe, eine Trinkflasche, ein Laufrad (mind. 25 cm Durchmesser) und Einrichtungsgegenstände. Bei Letzterem kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen: Röhren, Korkrinden, Steine, Äste, Blumentöpfe, Heunester, Leitern, Stricke, Kokosnusshälften, Kartons...

Als Einstreu reichen handelsübliche Hobelspäne, etwas Stroh, Heu und Toilettenpapier dienen als Nistmaterial.

 

Fütterung:


Die Hauptnahrung besteht aus einer handelsüblichen Körnermischung. Man gibt etwa ein TL pro Tier und Tag. Kleine Mengen Obst und Gemüse ergänzen den Nahrungsplan. Leckerlis, Knabberstangen usw. dürfen in kleinen Mengen erarbeitet werden, z.B. aus der Hand hohlen oder an schwer erreichbaren Orten verstecken.