Degus

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Tips zur Deguhaltung:

 

 

 

 

Herkunft:

Degus stammen ursprünglich aus Chile, also aus Südamerika. Die

kleinen Nager, die wie eine Mischung aus Chinchilla, Ratte und

Meerschweinchen aussehen, sind noch nicht seit langer Zeit als

Heimtiere bekannt. Sie sind mit den südamerikanischen

Meerschweinchen und Chinchillas verwandt, nicht aber mit Ratten.

 

Ernährung:

Der Verdauungsapparat von den Degus ist auf die eher karge

Kost ausgelegt. Sie fressen in erster Linie Blüten, Gräser, Kräuter

und deren Sämereinen. Die handelsüblichen Mischungen, wo man

im Handel bekommt, sind meist zu zuckerreich, deshalb mischen

viele Deguhalter das Futter selbst. Sie fressen auch gerne

Gemüse (z.B. Salatgurke, Karotten oder Paprika).

Obst und auch manche Leckerlies stehen in Verdacht die

Zuckerkrankheit bei Degus zu begünstigen, da sie recht viel

Zucker enthalten. Deshalb wird empfohlen, den Tieren lieber

Gemüse und stark zellulosehaltiges Futter (viel Heu) zu reichen.

Auf Nüsse sollte bei der Ernährung verzichtet werden, es

schmeckt den Tieren zwar, macht aber enorm dick. Immer auf

dem Speiseplan sollten frische Zweige von Obstbäumen

(Steinobstgehölze bitte nur in ganz geringen Mengen)  und

Haselnusszweigen stehen, denn diese Leckerei dient zusätzlich zur

Beschäftigung und Abnutzung der Zähne.

Frisches Trinkwasser bietet man am besten in einer Trinkflasche

an und muss immer zur Verfügung stehen.

Kalk-Nagersteine werden gerne angenommen.

 

Heimtierhaltung:

Degus sind putzig, friedlich, sozial, unterhaltsam, von geringer

Körpergröße und dazu noch tagaktiv. Eigentlich doch das ideale

Heimtier schlechthin - sollte man meinen. Ist auch so, wenn man

einiges berücksichtigt und über anderes hinwegsieht. Als

allererstes muss man wissen, dass das schlimmste für einen

Degu ist, alleine zu leben. Degus brauchen unbedingt Gesellschaft

und sollten bestenfalls in Gruppen gehalten werden; natürlich nur

in gleichgeschlechtlichen Gruppen (bzw. in gemischt

geschlechtlichen Gruppen müssten die männlichen Tiere kastriert

sein), denn zu viele Degus sind gar nicht mehr lustig... Als zweites

brauchen die Tiere einen unbedingt ausbruchsicheren

Lebensraum, welcher groß genug ist, damit die Tiere darin herum

rennen und klettern können; außerdem muss dieser Platz bieten

für Versteckmöglichkeiten und "Luxuseinrichtungen" wie Wurzeln,

Steine, frische Äste und Zweige, eine Sandbadewanne und

natürlich eine Futternapf. Am besten geeignet sind große, robuste

Draht-Gitter-Volieren ohne Plastikteile (die hätten die Tiere

nämlich umgehend zu Spänen verarbeitet und hüpften Ihnen dann

im ganzen Haus herum!), in die man mit Holzbrettern

verschiedene Ebenen einbaut. Eine andere Lösung ist ein großes

Terrarium, welches auch in der Höhe genug Platz bieten muss;

das Terrarium sollte natürlich ebenfalls keine zernagbaren Teile

(z.B. keine Holzwände) aufweisen, muss eine Abdeckung haben

und gut belüftet sein. Bei beiden Lösungen gilt natürlich "je größer,

desto besser", denn schließlich sollen die Tiere jahrelang darin

leben. Als Minimum an Lebensraum sollte für eine Kleingruppe

Degus ein Raum von einem Kubikmeter zur Verfügung stehen.

Falls Sie nicht viel Wert auf die Unversehrtheit Ihrer Wohnung und

deren Einrichtung legen, können Sie Ihren Tieren natürlich

Freilauf gewähren. Doch schimpfen Sie hinterher nicht, wenn die

ganze Bande hinter dem Einbauschrank im Wohnzimmer hockt

und sich mit nichts bewegen lässt, dort wieder hervor zu kommen.

Wenn dann noch am nächsten Tag Ihre schöne neue hölzerne

Haustüre ein frisch gefrästes Loch hat und sie Ihre Degus

beobachten können, wie sie in Windeseile pfeifend in Ihrem

Steingarten verschwinden - dann haben sie etwas falsch gemacht.

 

Krankheiten:
Degus sind empfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Zugluft (kann

schnell zu Lungenentzündung führen); bei richtiger und nicht zu

gehaltvoller Fütterung treten Verdauungsstörungen selten auf.

Große Vorsicht ist in Punkto "Unfälle" geboten. Da Degus die

"besten Nager unter den Nagern" sind, knabbern sie einfach alles

an, was natürlich bei z.B. Plastikgegenständen lebensgefährlich

sein kann, wenn Teile verschluckt werden. Ganz häufig ist der

Schwanz der Degus in Gefahr: die Schwanzhaut reißt leicht (nie

einen Degu am Schwanz festhalten oder ziehen!), und dies

bedeutet in der Regel, dass die Tiere sich denselben infolge

dessen abreißen. Für ihre Fellpflege brauchen Degus ein täglichen

Sandbad mit Chinchilla-Badesand. Als Badewanne eigenen sich

robuste Keramik- oder Tonschalen.

 

Besonderheiten:

Degus sind keine Schmuse- und Kuscheltiere. Sie werden zwar

sehr zutraulich und "furchtlos" und kommen gelegentlich auch

einmal auf die Hand, aber mehr nicht. Für Kinder, die ihr Tier mit

sich herumschleppen möchten, sind sie nicht geeignet. Degus

sind eher geeignet für Menschen, die Spaß haben, die Tiere zu

beobachten und sich an ihrer Pfiffigkeit zu erfreuen. Degus

verständigen sich übrigens ähnlich wie Meerschweinchen mit

Pfeiflauten; meist dienen diese dazu, die Sippe zu warnen, weil

irgendwo Gefahr droht. Alles in allem sind Degus sehr

sympathische, aber auch sehr anstrengende Hausgenossen.